Wie Corona-Verharmloser sich selbst widersprechen

Liebe Corona-Verharmloser, wenn ihr schon alles kritisieren müsst, könnt ihr euch dann wenigstens auf eine Linie einigen?

Corona-Verharmloser arbeiten mit einer Vielzahl von Argumenten, weshalb die Pandemie entweder gar nicht existiert, oder längst nicht so schlimm ist, wie es die “Lügenpresse” behauptet. Ein beliebtes Thema hierbei: Die angeblich so fehleranfälligen PCR-Tests, von welchen auch gerne mal behauptet wird, sie hätten eine Fehlerquote von bis zu 50 Prozent. Diese Behauptung wurde in einem Faktencheck von Correctiv bereits widerlegt.

Interessant wird es nun, wenn sich die Argumente verschiedener Corona-Kritiker auf einer Plattform widersprechen. So geschehen bei den Medizinern und Wissenschaftlern für Gesundheit, Freiheit und Demokratie e.V. (MWGFD). Sowohl am 09. sowie am 12. Juni werden dort Videos gepostet, in denen die Aussagekraft der PCR-Tests zu SARS-CoV-2 bezweifelt wird. Den Behauptungen zufolge würden wegen zu vieler Tests bei einer niedrigen Prävalenz in der Bevölkerung mehr falsch als richtig Positive entdeckt. Es wird der Schluss nahe gelegt, dass viele der derzeit als positiv getesteten Personen falsch positiv seien. Dass hier allerdings falsche Annahmen getätigt werden, wird in diesem Youtube-Video sehr anschaulich erläutert. Beispielsweise wäre es dann nicht möglich, dass Neuseeland zeitweise keinerlei neue Fälle detektiert hat.

Interessanterweise wurde auf der Homepage der MWGFD nur drei Tage später der Text eines emeritierten Professors für Immunologie veröffentlicht, welcher dem “allzu sensitiven Test” eine “enorme Empfindlichkeit” attestiert. Hierin ist kein Wort dazu zu finden, dass man den derzeitigen PCR-Ergebnissen nicht trauen könnte. Der Immunologe argumentiert stattdessen mit einer “totgeschwiegenen Immunität in der Bevölkerung”, aufgrund derer “alle falsch lagen” und die für den Rückgang der Infektionszahlen verantwortlich sei. Dass es in anderen Ländern mit weniger strikten Maßnahmen zu keinem Rückgang der Infektionszahlen kommt, übersieht der Mann geflissentlich.

Offenbar sind sich also nicht mal die Kritiker in ihrer Kritik einig. Stimmen die Infektionszahlen nun, oder doch nicht? Ich schlage einen runden Tisch vor, an dem ihr euch erstmal gemeinsam auf eine kritische Linie einigen könnt. Die vorherrschende Einstellung scheint hier nämlich zu sein: Hauptsache Kritik. Dass sich die einzelnen Kritiker grundlegend widersprechen wird schon keiner merken. Und ist ja auch ganz praktisch ein bisschen was von allem in seinem Repertoir zu haben, so kann man jedes Gegenargument vermeintlich widerlegen.

Und ja, in der Wissenschaft widerspricht man sich. Dies aber aus der Intention, aus (Denk-)Fehlern zu lernen und sich der eigentlichen Wahrheit anzunähern. Die MWGFD setzen sich mit ihrem internen Gegensatz jedoch nicht auseinander – mir scheint sogar, dass sie ihn nicht einmal bemerken.

Wenn ihr euch selbst also noch nicht einmal auf eine Linie einigen könnt, wie könnt ihr dann erwarten, dass man euch eure “Kritik” als legitim abkauft?

Nothing beats Facts!

Eure Mrs. Eluhut