Über mich

Von der alternativen Kindheit zur Frau der Wissenschaften und Fakten

Auf Entdeckungsreise in die Welt von Esoterik und Verschwörungsmythen

So wie mir geht es in Zeiten des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 vermutlich vielen: Fast jeder hat dieser Tage Freund*innen, Bekannte, Verwandte oder Kolleg*innen, die plötzlich mehr über diese Welt zu wissen scheinen als alle anderen. Und vor allem wissen sie nicht nur mehr darüber, sondern sie wissen es besser als alle anderen. Besser als die „Schulmediziner*innen“, besser als die Wissenschaftler*innen, besser als die Politiker*innen und natürlich besser als die „Mainstream-Medien“.

Ich beschäftige mich aus persönlichen Motiven bereits seit einigen Monaten sehr kritisch mit dem Thema Naturheilkunde und Esoterik. Vermutlich sind wir alle mit den ein oder anderen Hausmittelchen zur Abwehr oder Behandlung von harmlosen Erkältungen in unserer Kindheit aufgewachsen.

Sei es die Heiße Zitrone für den extra Immunkick oder – wie in meinem Fall – auch mal ein äußerst widerwärtiger Aufguss von Zwiebel, Knoblauch und Ingwer, den ich über den Tag verteilt schlückchenweise trinken sollte. Von kleinen Globuli, über Quarkwickel und Zwiebelsocken, bis zu Heilsteinen, Aroma- und Bachblütentherapie. Meine Mutter war sehr belesen und bewandert, was die Hausmittel anbelangte und scheute nicht davor, sie alle an mir auszuprobieren. Hinzu kamen immer wieder neue Ernährungs- und Gesundheitstrends.

Von dort ging es weiter zu Reiki (ich selbst erhielt mit 13 Jahren die „Einweihung“ in den 1. Reiki-Grad), Akupunktur, Traditionell Chinesische Medizin (TCM), Ayurveda und Yoga. Alles in allem waren meine Kindheit und Jugend also geprägt von alternativen Heilmethoden und Gedankengut.

Mir war bewusst, dass das bei den meisten Kindern in meiner Umgebung nicht so ausgeprägt war wie bei uns, aber ich habe mich nicht daran gestört. Ich war fasziniert von der esoterischen Parallelwelt in der ich mich befand und in der die „Schulmedizin“ gerne als „pharmahörig“ abgetan wurde.

Dann kamen die Pubertät und die realen Probleme, die diese mit sich bringt. Ich begann mich für andere, „weltlichere“ Dinge zu interessieren und betrachtete das esoterische Dasein meiner Familie hauptsächlich von außen. Ich entschied mich für ein naturwissenschaftliches Studium und promovierte schließlich auch im Fachgebiet Pharmakologie. Somit bin ich eine Frau der Wissenschaften und Fakten geworden.

Wenn ich vor diesem Hintergrund meine familiäre Vorgeschichte rekapituliere, fallen mir erst heute die vielen alternativen Wahrheiten auf, an die ich früher unbedacht geglaubt habe. Wie soll es auch anders sein, wenn man es als Kind nicht anders gelehrt bekommt?

Je mehr ich mich heute den damaligen Themen mit einem wissenschaftlich kritischen Blick nähere, desto erstaunter bin ich, wie viel Unsinn es eigentlich gibt und wie viel dessen mir lange Zeit als völlig real vorkam. Beispielsweise bin ich erst kürzlich darauf gestoßen, dass der angeblich durch die Nahrung beeinflussbare Säure-Basen-Haushalt eigentlich totaler Humbug ist. Nicht, dass ich mich in meiner Ernährung jemals danach gerichtet hätte… Wenn man einen solchen Mythos allerdings sein Leben lang zu hören bekommt, denkt man er wäre wissenschaftlich belegt und hinterfragt ihn nicht weiter.

So habe ich angefangen all die Dinge, mit denen ich in der Vergangenheit konfrontiert wurde, kritisch zu hinterfragen. Meine Reise führte mich von diversen Ernährungsmythen immer tiefer hinein in die Esoterik. Und hier öffneten sich mir dann die Augen, denn die Verflechtungen von Esoterik mit rechtem Gedankengut und Verschwörungsmythen war mir bislang absolut nicht klar. Für mich waren Esoteriker*innen immer nur Pluderhosen-tragende Hippies mit ganz viel Spiritualität und einem Sinn für Frieden und Liebe, vielleicht etwas realitätsfern aber im Großen und Ganzen harmlos. Je mehr ich mich mit dem Thema „braune Esoterik” befasste, desto mehr wurden mir die Augen geöffnet. Dennoch war ich weiterhin überzeugt, dass sicherlich nur ein winziger Teil der Anhänger*innen von Esoterik auch problematische Tendenzen aufweist.

Und dann kam Corona…

Hautnah konnte ich miterleben, wie die bislang harmlose esoterische Weltsicht meiner Familie über Coronaverharmlosung und -Leugnung bis in die Verschwörungsmythen abdriftete. Gefördert von Impfgegner und Esoschwurbler Rüdiger Dahlke, der keine Gelegenheit auslässt seine sehr einseitige Meinung zu den „öffentlich-(un)rechtlichen“ Medien sowie der „pharmagesteuerten Schulmedizin“ Preis zu geben, war dann der Sprung zu Querfront-Aktivist Ken Jebsen und Verschwörungsideologe Heiko Schrang nicht mehr weit.

Ich konnte gar nicht so schnell meine Xavier Naidoo CDs und Attila Hildmann Kochbücher entsorgen, wie mir von meiner Familie plötzlich Stichworte wie „harmlose Grippe“, Bill Gates, WHO, Diktatur, Zwangsimpfung und Mikrochips entgegen schleuderten. Als schließlich die Rothschilds als „eine der 5 reichsten Familien, die die Welt kontrollieren“ ins Spiel kamen, war für mich eine klare Grenze überschritten; selbst wenn meiner Familie zu diesem Zeitpunkt vermutlich nicht mal bewusst war, dass es sich bei den Rothschild-Mythen um Jahrhunderte alte antisemitische Verschwörungserzählungen handelt.

Ich werfe meiner Familie zu keinem Zeitpunkt Antisemitismus, Rassismus oder Fremdenfeindlichkeit jeglicher Art vor. Eigentlich sind sie einfach nur gutgläubige Menschen mit wenig Ahnung von Wissenschaft. Daher kann man ihnen viel dummes Zeug als Wahrheit verkaufen, von dem man – meiner Meinung nach völlig zurecht – in den „Mainstream-Medien“ nichts hört.

Dabei lassen sich viele der von den genannten Personen als Fakten dargestellte Halbwahrheiten mit ein paar Klicks leicht wiederlegen. Ok, manchmal muss man schon etwas tiefer graben, in Originalstudien etc. nachlesen. Natürlich macht man das nicht bei jedwedem Post, den man so liest. Oftmals fehlt es an Zeit, Sprachkenntnissen und vor allem Fachwissen, um einzelne Aussagen zu hinterfragen. Aber es kann doch so nicht weiter gehen. Man muss diesen Verschwörungsschwurblern mit Fakten entgegentreten!

Darum habe ich es mir nun zur Aufgabe gemacht aufzuklären. Über die kleinen und großen Halbwahrheiten, die da draußen so kursieren. Vor allen Dingen über die naturwissenschaftlichen Halbwahrheiten, von denen verstehe ich nämlich etwas und von denen begegnen uns momentan so viele.

Ich werde versuchen, so viel es geht mit Originalquellen zu belegen, werde mich mangels Recherchekapazitäten aber auch bei den bösen öffentlich-rechtlichen Medien bedienen, sofern ich die Texte für seriös halte. An dieser Stelle daher auch der kurze Hinweis, dass sich auch bei mir eventuell mal Fehler einschleichen können. Bitte habt in diesem Fall das Nachsehen oder gebt mir bei gröberen Schnitzen kurz per Email Bescheid.

Vielleicht helfen euch die hier präsentierten Fakten bei der nächsten Diskussion mit dem verschrobenen Onkel, der unwissenden Kollegin oder bei der nächsten Party (sollte es sie in naher Zukunft wieder geben) weiter. Und wenn auch ihr Menschen kennt, die mehr Fakten und weniger Halbwahrheiten lesen sollten, dann teilt meinen Blog doch einfach und seid ein Teil der Aufklärung!

Nothing beats facts!

Eure Mrs. Eluhut

P.S. Der Name Eluhut ist in Anlehnung an den Aluhut, wobei Elu sich auf das englische Wort elucidation (Aufklärung) bezieht.